Ausblick Hausarbeit
Last Updated: 26/02/20269,7 Minuten lesen

Inhaltsübersicht

Du willst den Ausblick in deiner Hausarbeit selbst schreiben, aber ohne Floskeln und ohne am Ende neue Argumente aufzumachen. In diesem Artikel bekommst du klare Antworten, eine Schritt-für-Schritt-Struktur und passende Formulierungen, damit du den Ausblick sauber aus deinen Ergebnissen ableitest und sicher abschließt. Wenn du beim Feinschliff, bei der Trennung von Fazit und Ausblick oder bei prüfbaren Anschlussfragen hängen bleibst, kannst du dir gezielt Unterstützung holen, zum Beispiel über Hausarbeiten schreiben lassen.

Der Ausblick in der Hausarbeit ist mehr als ein „netter Abschluss“: Er ist der zukunftsorientierte Schlusspunkt, der aus deinen Ergebnissen logisch abgeleitet wird und den roten Faden bis zur Forschungsfrage konsequent zu Ende führt. Gute Ausblicke zeigen den Lesenden, was die Erkenntnisse bedeuten, wo Grenzen liegen und welche nächsten Schritte sinnvoll wären, ohne die Arbeit nachträglich umzuschreiben. Genau hier passieren jedoch typische Fehler: Viele wiederholen bloß das Fazit, bringen neue Argumente oder Daten ins Spiel, formulieren vage Aussagen („Weitere Forschung wäre spannend“) oder verlieren den Bezug zur Forschungsfrage. In diesem Artikel bekommst du eine klare Struktur für den Ausblick, eine 5-Schritte-Anleitung, praxistaugliche Formulierungen (Satzbausteine) sowie ein kommentiertes Beispiel, an dem du sofort erkennst, wie ein überzeugender Abschluss funktioniert.

Was ist der Ausblick in der Hausarbeit?

Der Ausblick in der Hausarbeit ist der zukunftsorientierte Schlussteil, der aus den Ergebnissen ableitet, was sie bedeuten und welche nächsten Schritte sich daraus ergeben. Er ordnet deine Ergebnisse in den Kontext des Forschungsgegenstands ein, benennt Grenzen und zeigt Anschlussmöglichkeiten für Forschung oder Praxis mit klarem Bezug zur Forschungsfrage, wie du es aus einer Forschungsarbeit kennst.

Wichtig ist die Abgrenzung: Der Ausblick ist keine Zusammenfassung der Kapitel (das leistet das Fazit bzw. die Schlusszusammenfassung) und auch keine Diskussion im Sinne einer neuen Auswertung oder nachträglichen Interpretation mit zusätzlichen Daten. Stattdessen beantwortet er knapp: Was folgt sinnvollerweise daraus? ohne neuen Inhalt einzuführen.

Für die Bewertung ist der Ausblick relevant, weil er zeigt, ob du deine Argumentation konsequent zu Ende führst, reflektiert mit Grenzen umgehst und den wissenschaftlichen Mehrwert einordnen kannst. In kürzeren Arbeiten fällt er meist knapper aus, bleibt aber inhaltlich ebenso klar: logisch, begründet und fokussiert.

Fazit und Ausblick in der Hausarbeit klar unterscheiden

Für Fazit und Ausblick in der Hausarbeit gilt als klare Regel: Das Fazit beantwortet die Fragestellung auf Basis der Kernergebnisse, der Ausblick zeigt die nächsten sinnvollen Schritte ohne neue Belege.

 

Fazit (Was wurde gezeigt?)

  • kurze, direkte Antwort auf die Fragestellung

  • Bündelung der Kernergebnisse (keine Kapitel-Zusammenfassung)

  • knappe Einordnung der Ergebnisse in den Kontext der Arbeit

  • runder Abschlussabschnitt ohne neue Baustellen

 

Ausblick (Was folgt daraus?)

  • Benennung offener Fragen und Forschungslücken

  • Reflexion der Grenzen (z. B. Methode, Material, Untersuchungsrahmen)

  • begründete Hinweise auf mögliche Anschlussstudien oder Anwendungen

  • Fokus auf Konsequenzen, nicht auf neue Befunde

Warum im Ausblick keine neuen Argumente oder Daten stehen dürfen: Am Ende findet keine neue Beweisführung mehr statt. Neue Informationen wären weder sauber hergeleitet noch angemessen diskutiert und würden den roten Faden zur Fragestellung nachträglich verschieben.

 

Übergangssätze (Beispiele)

  • „Damit ist die Fragestellung auf Grundlage der vorliegenden Ergebnisse beantwortet; im Folgenden werden mögliche Anschlussfragen skizziert.“

  • „Aufbauend auf diesen Kernergebnissen lassen sich Grenzen der Untersuchung und daraus resultierende Perspektiven benennen.“

  • „Aus den Befunden ergeben sich mehrere offene Fragen, die künftige Arbeiten gezielt prüfen könnten.“

Ausblick in der Hausarbeit schreiben: Schritt für Schritt (inkl. Formulierungen)

1) Ergebnisse einordnen (Kontext schaffen)

Beim Schreiben des Ausblicks in der Hausarbeit startest du nicht neu, sondern leitest Konsequenzen aus deinen Ergebnissen ab und ordnest sie in den größeren Zusammenhang der Fragestellung ein. Der Ausblick wirkt am besten, wenn er wie eine logische Verlängerung deines Fazits klingt.

 

Satzbausteine:

  • „Abschließend wird ein Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten gegeben.“

  • „Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass …“

  • „Mit anderen Worten heißt das …“

Anhang Hausarbeit

2) Forschungslücken und offene Fragen benennen

Formuliere offene Fragen konkret und prüfbar: Was ist noch unklar, widersprüchlich oder nur teilweise beantwortet? So machst du Forschungslücken sichtbar, ohne neue Argumente einzuführen.

 

Satzbausteine:

  • „Offen bleibt bislang, inwiefern …“

  • „Eine zentrale Forschungslücke zeigt sich hinsichtlich …“

  • „Zu klären wäre, ob …“

3) Grenzen der Untersuchung reflektieren (Methode, Stichprobe, Zeitraum, Quellen)

Nenne die Grenzen der Untersuchung sachlich und mit Bezug zur Aussagekraft, nicht als Entschuldigung. Wichtig: benennen, was begrenzt und welche Folgen das für die Übertragbarkeit hat. Gute Grenzen-Sätze erklären immer auch, was die Einschränkung für die Aussage deiner Arbeit bedeutet.

 

Satzbausteine:

  • „Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund der gewählten Methode begrenzt, da …“

  • „Die Stichprobe bzw. der Zeitraum schränkt die Generalisierbarkeit ein, weil …“

  • „Die Quellenlage erlaubt lediglich Aussagen über …“

4) Forschungsperspektiven und Anwendungen aufzeigen

Leite aus Lücken und Grenzen konkrete Forschungsperspektiven oder Anwendungen ab, die an deine Arbeit anschließen. Formuliere Vorschläge als überprüfbare nächste Schritte statt als vage Zukunftssätze. Der stärkste Ausblick liefert Vorschläge für weitere Forschungsvorhaben, die als Ansatzpunkte für zukünftige Forschungen methodisch nachvollziehbar bleiben.

 

Satzbausteine:

  • „Zukünftige Studien könnten untersuchen, ob …“

  • „Anknüpfend daran ließe sich … anhand von … prüfen.“

  • „Für die Praxis ergibt sich als Anwendung, dass …“

5) Sprach- und Strukturcheck (Zeitform: Präsens vs. Konditional/Futur)

Achte auf klare Zeitlogik: Ergebnisse stehen meist im Präsens („Die Analyse zeigt …“), Perspektiven im Konditional („könnte“, „ließe sich“) oder in vorsichtigen Futur-Formulierungen. Runde den Abschnitt mit einem letzten Bezug zur Fragestellung ab („Die Arbeit endet mit einem Ausblick auf …“). Zeitlogik und ein letzter Rückbezug machen den Ausblick ruhig, klar und wissenschaftlich.

 

Satzbausteine:

  • „Die Arbeit endet mit einem Ausblick auf …“

  • „Dies ließe sich in weiteren Arbeiten überprüfen, indem …“

  • „Zusammenfassend zeigt sich: Daraus könnten sich folgende Schritte ergeben: …“

Ausblick Hausarbeit: Beispiel mit Analyse

Mustertext (Beispiel „Homeoffice und Teamkommunikation“)

Die Ergebnisse dieser Arbeit legen nahe, dass Homeoffice die Teamkommunikation vor allem dann unterstützt, wenn Austausch formell strukturiert ist und informelle Abstimmung bewusst kompensiert wird. Damit lassen sich die Befunde in die Forschungsfrage einordnen, wie sich verteiltes Arbeiten auf Kommunikationsqualität und Koordination auswirkt: Nicht „Homeoffice an sich“, sondern die Gestaltung der Kommunikationsroutinen scheint ausschlaggebend. Zugleich ist die Aussagekraft begrenzt, da die Untersuchung auf einem klar abgegrenzten Materialkorpus bzw. Zeitraum beruht; daraus folgt, dass die Übertragbarkeit auf andere Teamtypen nur eingeschränkt möglich ist (Grenzen benennen). Offen bleibt insbesondere, inwiefern Teamgröße und Aufgabeninterdependenz die beobachteten Muster verändern. Ein prüfbarer Forschungsvorschlag wäre, in einer Folgestudie Teams mit unterschiedlichen Interdependenzgraden vergleichend zu analysieren und Kommunikationsereignisse entlang definierter Kategorien zu erfassen. Als Anwendung ergibt sich für die Praxis, interne Leitlinien zu synchronen und asynchronen Formaten zu präzisieren und Räume für informellen Austausch gezielt einzuplanen.

 

Analyse (5 Punkte)
Das Beispiel zeigt, wie du aus Ergebnissen saubere Perspektiven ableitest, ohne neue Befunde einzuführen.

  • Bezug zur Forschungsfrage: Ergebnisse einordnen und konsequent auf den Untersuchungszweck zurückgeführt.

  • Vorsichtige Formulierungen: „legen nahe“, „scheint“, „eingeschränkt möglich“ statt unbegründeter Gewissheiten.

  • Grenzen-Wording: Grenze wird sachlich benannt und ihre Folge (Übertragbarkeit) erklärt.

  • Prüfbarkeit der nächsten Schritte: Vergleichsdesign und Kategorien machen den nächsten Schritt operationalisierbar.

  • Keine neuen Ergebnisse: Keine zusätzlichen Daten oder Argumente, nur Ableitungen aus dem Vorliegenden.

Hinweis zu Stil und Länge: In Hausarbeiten ist der Ausblick meist kurz (oft ein kompakter Absatz) und bleibt nüchtern, konkret und eng an Fragestellung, Grenzen und Anschlussmöglichkeiten orientiert. Kurz heißt nicht oberflächlich, sondern fokussiert, auch wenn du später eine Abschlussarbeit schreibst.

Umfang, Position, typische Fehler und Checkliste

Der Ausblick steht entweder als eigener Abschnitt direkt nach dem Fazit oder als klar abgegrenzter Teil des Fazits (z. B. „Fazit und Ausblick“). Maßgeblich sind dabei immer die Vorgaben des Moduls, institutsinterne Leitfäden oder Hinweise der Dozentin bzw. des Dozenten. Gibt es keine festen Regeln, ist ein kurzer, separat markierter Ausblick meist am lesefreundlichsten, weil Fazit und Ausblick eindeutig getrennt bleiben und der Schluss sauber strukturiert wirkt. Orientiere dich zuerst an den Vorgaben deiner Veranstaltung, dann an der Lesbarkeit.

Beim Umfang gilt: eher knapp als ausführlich. Häufig reicht ein kurzer Absatz bis zu einem kleinen Abschnitt, je nach Gesamtlänge der Hausarbeit und Tiefe der Ergebnisse. Als unverbindliche Orientierung kann man den Ausblick oft deutlich kürzer halten als das Fazit (z. B. nur ein kleiner Anteil des Schlusskapitels). Ziel ist ein logischer Abschluss und ein Blick nach vorn, nicht eine zweite Zusammenfassung.

Typische Fehler im Ausblick der Hausarbeit

Die häufigsten Fehler entstehen, wenn der Ausblick plötzlich „neu“ wird, statt konsequent abzuleiten.

  • Die Arbeit wird erneut zusammengefasst, statt Konsequenzen aus den Ergebnissen abzuleiten.

  • Es werden neue Argumente eingeführt oder doch noch Daten, Quellen oder Belege „nachgeschoben“.

  • Zukunftsaussagen bleiben zu allgemein und nicht prüfbar („Weitere Forschung wäre interessant“), ohne konkrete Anschlussfrage.

  • Der Bezug zur Forschungsfrage oder zu den eigenen Ergebnissen fehlt; der Ausblick wirkt losgelöst.

  • Grenzen der Untersuchung werden nur entschuldigend genannt, ohne zu erklären, was das für die Aussagekraft bedeutet.

  • Praxisempfehlungen werden ausufernd formuliert, ohne dass sie aus der Analyse nachvollziehbar hergeleitet sind.

Checkliste für einen überzeugenden Ausblick

Wenn du diese Punkte erfüllst, ist dein Ausblick fast immer „fertig“ im wissenschaftlichen Sinn.

  • klarer Bezug zur Fragestellung und zu den Kernergebnissen
  • keine neuen Argumente und keine neuen Daten oder Belege im Ausblick
  • Grenzen benannt und ihre Bedeutung für Aussagekraft bzw. Übertragbarkeit erklärt
  • offene Fragen konkret, nachvollziehbar und möglichst prüfbar formuliert
  • nächste Schritte realistisch und methodisch anschlussfähig (z. B. passende Datengrundlage oder Design)
  • knapper Stil, roter Faden, logischer Abschluss ohne Abschweifungen

Unterstützung beim Schluss: Fazit und Ausblick sicher fertigstellen

 

Ein überzeugender Schluss entsteht, wenn du Fazit und Ausblick klar trennst: Das Fazit beantwortet die Fragestellung, der Ausblick leitet daraus nachvollziehbare nächste Schritte ab, ohne neue Argumente oder Daten nachzuschieben. Für die Qualität reichen oft wenige gezielte Anpassungen: ein kurzer Strukturcheck (roter Faden, saubere Übergänge), sprachliches Glätten (wissenschaftlicher Ton, klare Formulierungen) und eine realistische Einordnung von Grenzen sowie Anschlussfragen. Genau hier hilft ein neutraler Blick von außen, weil im Schlussabschnitt sofort sichtbar wird, ob die Logik konsequent bleibt.

Wenn du beim Formulieren festhängst oder deinen Schluss vor der Abgabe absichern möchtest, kannst du dir gezielt Unterstützung holen, zum Beispiel durch Feedback, sprachliche Überarbeitung oder Coaching. Was solche Hilfe kostet und welche Optionen es gibt, findest du hier: Ghostwriter Hausarbeit kosten.

FAQ zum Ausblick in der Hausarbeit

Halte ihn kurz und zielgerichtet: meist ein kompakter Absatz oder wenige Sätze, abhängig von Umfang und Komplexität der Arbeit. Faustregel: so kurz wie möglich, so konkret wie nötig. Wichtig ist nicht die Länge, sondern die Ableitung aus deinen Ergebnissen. Beispiel: „Abschließend werden zwei anschlussfähige Forschungsperspektiven skizziert.“

Beides ist möglich: entweder als eigener Unterpunkt nach dem Fazit oder als klar abgesetzter Teil von „Fazit und Ausblick“ in der Hausarbeit, je nach Vorgaben. Entscheidend ist eine sichtbare Trennung, damit Fazit und Ausblick nicht ineinander übergehen. Trennung vor Eleganz.

Ja, sofern du sie eindeutig als Vermutungen kennzeichnest und nachvollziehbar aus deinen Ergebnissen ableitest, im wissenschaftlichen Stil und mit vorsichtiger Modalität („könnte“, „ließe sich“). Vermutungen über die Auswirkungen sind erlaubt, wenn du sie klar begründest und nicht als Fakten verkaufst. Beispiel: „Es könnte sein, dass der Effekt in anderen Kontexten stärker ausfällt.“

Die Diskussion interpretiert und bewertet die Ergebnisse (Einordnung, Stärken, Grenzen). Der Ausblick knüpft daran an und zeigt mögliche nächste Schritte oder Anschlussfragen. Die Diskussion erklärt, der Ausblick öffnet die nächste Tür. Beginn-Beispiel: „Aus den genannten Grenzen ergeben sich folgende Anschlussfragen.“

Gerd Schräder - Leiter der Autorengruppe

Gerd Schräder

Autor und die Leiter der Autorengruppe

Gerd Schräder ist ein führender Experte im Bereich des wissenschaftlichen Schreibens und leitet das Autorenteam in unserem Agentur. Sein Blog bietet praktische Tipps und tiefgreifende Einsichten, die Ihnen helfen, Ihre Fähigkeiten im Verfassen akademischer Texte zu verbessern und zu verfeinern.

Gerd engagiert sich für die Förderung wissenschaftlicher Kompetenzen und unterstützt durch gezielte Workshops und persönliche Beratungen die Entwicklung akademischer Exzellenz. Sein Einsatz trägt maßgeblich zur Professionalisierung unserer Inhalte und zur Erweiterung unseres Expertenwissens bei.

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